Historische Daten
Bestand an Gattungen und Qualität der Daten
Als Sonderaspekt des Projektes und der Einführung ist die einmalige Anreicherung des Bestands der derzeit aktiven Gattungen zu sehen. In deutschsprachigen Raum sind über 200.000 Finanzinstrumente bei den großen Serviceprovidern gelistet und diese sind nachträglich zu bewerten.
Dabei muss man sich in einem Projekt auch mit den historischen Datenqualitäten den (damaligen?) Zulieferern und mit den eigenen früheren Prozessen auseinandersetzen. Die zunächst gefundenen und aufgestellten Mappingregeln sind also fachlich nicht nur am künftig ablaufenden Prozess auf Basis der aktuell verfügbaren Datenentitäten und Data-Feeds auszurichten.
Fehlende Daten
Bei fehlenden Daten im Bestand, bedingt durch die vorhandene, historisch entwickelte Datenhistorie, sind weitere optimierte Regeln nach gezielter Datenanalyse konkreter Einzelsituationen nötig. Auch im Segment der Aufarbeitung der Historie sind pragmatische und kostengünstige Lösungen zu suchen und zu implementieren, solange diese nach Auffassung der Rechtsexperten im Einklang mit den Verordnungen stehen.
Schon in der fachlichen Analyse von Regeln wird ein technisches Dataprofiling des Datenbestandes unverzichbar. IT-technische Datenanalyse und fachlich-rechtliche Diskussionen greifen ineinander.
Sonderfälle
Eine ganz und gar dankbare Fundgrube interessanter und durch Komplexität glänzende, unerwartete Datenkombinationen ist meine Ansicht nach der Gattungsbestand. Nur wer intensiv mit Beständen von über 200.000 aktiven Gattungen im deutschsparchigen Raum arbeitet bekommt dafür ein Gefühl, auf welche bankfachlich interessante Konstellationen man hier treffen kann.
Ich denke da z.B. an Anleihen des Deutschen Reiches (Staatsregierung?) mit einer Laufzeit von 99 Jahren, emittiert in 1934 und notiert in Reichsmark. Es stellt sich die gar nicht so einfache Frage: Ist die Bundesregierung Deutschland ein Rechtsnachfolger der NSDAP-Regierung unter Hitler? Ist der Euro aufgrund von festen Wechselkursen zur Deutschen Mark und zum Euro ein eigentlich im Sinne der Währung in Euro notiertes Papier, weil ja keine Wechselkursschwankungen eintreten können? Kann man diese Anleihe im Sinne der Solvabilität mit "0" bewerten? Ähnliche Konstellationen wird man bei der DDR prüfen müssen, und auch bei anderen Staaten ist die Identifikation von Staaten, Rechtsstruktur und Währungen erstaunlich und überraschend flexibel und Rechtsnachfolgen und Währungsidentität fachlich und juristisch gar nicht so einfach zu bewerten.
zurück zu » Solvabilität Überblick
zurück zu » Fachliches Mapping
weiter zu » Lizenzproblematik












